Andalusien – zu den „Kindern der Sonne“

Edle Pferde und mächtige Stiere! Andalusien, das schöne Land im spanischen Süden, hat ein besonderes Verhältnis zu den vierbeinigen Kreaturen. Doch dieser Landstrich bietet viel mehr als nur die Klänge der Flamenco-Musik und den Duft, der aus den riesigen Schüsseln der Paellas entweicht. Andalusien – das sind die Küsten des Lichts, die Schneeberge der Sierra, Olivenhaine bis zum Horizont und die Zeugnisse einer großen Geschichte mit ihren einzigartigen Sehenswürdigkeiten.

Weiß sind die Dörfer Andalusiens, und die stillen Bergdörfer abseits des Touristen-Booms an der Costa del Sol haben ihren ursprünglichen Charme bewahrt. Andalusien ist aber auch das Land der unendlichen Horizonte. Auf manchen wirken sie abweisend und kahl, auf andere wiederum einladend und irgendwie als eine Art Vorposten des nahen Kontinents Afrika. Andalusien und die unvergleichlichen Sehenswürdigkeiten dieser Region begeistern immer wieder die Urlauber aus aller Welt, denn hier begegnen sich Geschichte und Moderne.

So, wie in Cordoba, der historischen Stadt am Ufer des Guandalquivir. Genau fünfhundert Jahre lang war Cordoba die Residenz von Kalifen, maurischen Herrschern und Emiren. Wer durch die eindrucksvolle Mezquita bummelt, der atmet europäische Geschichte. Dieses Bauwerk ist das Symbol wechselnder Herrscher. Es diente zunächst als Tempel der Römer, später als christliche Kirche und dann als muslimische Moschee. In kaum einem anderen Bauwerk auf unserem Globus ist die unterschiedliche Historie so krass abzulesen, wie in der Mezquita von Cordoba. Touristen bummeln durch einen grandiosen Wald von genau 856 Marmorsäulen, den erstaunlichen Hinterlassenschaften aus einer Zeit, in der diese Stadt eine Metropole des islamischen Glaubens war.

Die bewegte Geschichte spiegelt sich auch in der prächtigen Alhambra von Granada, eine der aufregendsten Sehenswürdigkeiten Andalusiens. Großzügig sind die Orangengärten, geheimnisvoll die Badehäuser und prächtigen Villen. Granada ist mit seiner Alhambra zweierlei: Maurisches Märchenschloss und uneinnehmbare Festung vor der Kulisse der oft schneebedeckten Sierra. Dies ist das typische Postkartenmotiv Andalusiens und eine Sehenswürdigkeit, die auf der Welt ihres gleichen sucht. Der letzte maurische Herrscher, der diesen prunkvollen Palast verlassen musste, weil es die Weltgeschichte so wollte, soll bei seinem Abschied hemmungslos geweint haben. In Granada hat sich aber eine Prise der einstigen orientalischen Pracht erhalten. In den lebhaften Gassen und in den Teestuben, wo sich die maurische Lebensart über Jahrhunderte erhalten hat.

In Sevilla begegnet der Urlauber dem spanischen Süden auf eine besonders sympathische Art. Hier stand die Wiege des Flamenco, und der wird in den Bars und in einigen Theatern mit Begeisterung gepflegt und präsentiert. Es ist die gewaltige Kathedrale, eine der größten Kirchenbauten der Welt, die die Altstadt von Sevilla überragt und prägt. Auch hier trifft der Betrachter wieder auf eine Sehenswürdigkeit mit maurischer Vergangenheit, denn der barocke Kirchturm war ehemals ein Minarett. Im geräumigen Innern der Kathedrale ruhen unter anderem die Gebeine des Christoph Kolumbus. Von Sevilla sagt man, diese Stadt sei von einer magischen Kraft. Mit seiner altehrwürdigen Piazza de Espana und dem Barrio de Santa Cruz, der romantischen Altstadt.

Die Sehenswürdigkeiten Andalusiens erschöpfen sich allerdings nicht im Besuch von Cordoba, Granada und Sevilla. Spaniens Süden begeistert auch mit den Schönheiten seiner Landschaftsformen, mit der Feria in Sevilla, dem Auftritt der Sherry-Kellermeister in Jerez, den Hinterlassenschaften der einstigen Seeräuberstadt Cadiz, den schönen Stränden am Mittelmeer, den anspruchsvollen Golfplätzen im Hinterland, den Schluchten bei Ronda und der stolzen Festung Almodovar del Rio bei Cordoba. Und wer eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten Andalusiens in vollen Zügen genießen möchte, den zieht es zu den Kalkfelsen der Sierre de Cazorla, einem der größten Naturparks Spaniens. Dies ist das etwas andere Spanien, weit ab jeglicher Urlaubs-Klischees, mit Steinböcken, Bergziegen und Geiern. Alle gemeinsam sind die „Kinder der Sonne“.